Unternehmensverkauf im Bereich Maschinen-, Anlagenbau und Metallverarbeitung
Umformtechnik, Zerspanung, Komponenten, Sondermaschinen: Die Industrie ist der Kern des deutschen Mittelstands und das Feld, in dem wir die meisten Transaktionen begleitet haben. Von Rasche Umformtechnik über SORST, The Expanded Metal Company und KÖNIG + CO. bis THUN Automotive kennen wir die Käufer, die Bewertungslogik und die Fallstricke, auch wenn der Zeitpunkt nicht ideal ist.
Nachfolgewelle, Transformation und Käufer aus aller Welt
In keiner Branche stehen so viele Eigentümer vor der Nachfolge wie im Maschinenbau und in der Metallverarbeitung. Gleichzeitig verändern Energiekosten, der Umbau der Automobilindustrie und neue Wettbewerber aus Asien die Geschäftsmodelle. Das verunsichert viele Inhaber, erzeugt aber zugleich eine hohe Nachfrage: Strategische Käufer aus den USA, der Schweiz, Skandinavien und Europa sichern sich über deutsche Mittelständler Technologie und Marktzugang, Beteiligungsholdings bauen Industriegruppen, und Spezialisten für Sondersituationen übernehmen Unternehmen im Umbruch.
Unsere Transaktionen zeigen die Bandbreite: KÖNIG + CO. ging an einen US-Konzern, MBE an die Schweizer SFS Group, Rasche an die Beteiligungsholding Mutares, THUN Automotive an einen Transformationsinvestor. Für Eigentümer heißt das: Für fast jede Ausgangslage gibt es einen passenden Käufertyp, aber nur ein strukturierter, international angelegter Prozess findet ihn. Mehr als die Hälfte unserer Mandate hat einen grenzüberschreitenden Bezug.
Umformtechnik, Zerspanung und Zulieferer
Schmiede-, Stanz- und Umformteile, Präzisionsteile, Werkzeugbau. Käufer sind Industriegruppen und Beteiligungsholdings, die Fertigungstiefe und Kundenzugang bündeln, sowie Spezialisten für Transformationsfälle. Bewertet werden Kundendiversifikation, Serienanteil und Technologie, nicht die Branche des Endkunden allein.
Komponenten, Systeme und Bauelemente
Streckmetall, Befestigungstechnik, Kesselböden und Sonderpressteile. Hier dominieren internationale Strategen, die eine Produktlücke schließen oder den deutschen Markt erschließen wollen, wie MEISER, SFS oder HBH. Marktführerschaft in einer Nische zählt mehr als Größe.
Maschinen-, Anlagen- und Sondermaschinenbau
Serienmaschinen, Anlagen, Robotik und Automatisierung. Käufer sind Konzerne, Beteiligungsholdings wie INDUS oder Possehl und Family Offices, die eigenständig geführte Einheiten suchen. Service- und Ersatzteilgeschäft, Auftragsbestand und Entwicklungskompetenz treiben den Preis.
Was Käufer in dieser Branche bezahlen
Industrieunternehmen werden nach nachhaltigem EBIT oder EBITDA bewertet, der Faktor hängt jedoch stark von Struktur und Risiko ab. Drei Punkte entscheiden, und alle drei verdienen vor dem Verkauf Aufmerksamkeit.
Kundenstruktur und Endmärkte
Konzentration auf wenige Kunden oder einen Endmarkt wie Automotive drückt den Faktor, Diversifikation in Maschinenbau, Energie, Luftfahrt oder Medizintechnik hebt ihn. Rahmenverträge und Serienlaufzeiten geben Käufern Planungssicherheit.
Technologie und Fertigungstiefe
Eigener Werkzeugbau, Zertifizierungen, Patente und Prozess-Know-how sind der Grund, warum Strategen aus dem Ausland deutsche Mittelständler kaufen. Wer seine Alleinstellung belegen kann, verhandelt mit mehreren Bietern statt mit einem.
Maschinenpark und Investitionsbedarf
Alter und Auslastung der Anlagen, Energieeffizienz und aufgestauter Investitionsbedarf fließen direkt in den Kaufpreis ein. Ebenso Service- und Ersatzteilumsätze, die Erträge über den Zyklus glätten. Eine ehrliche Bestandsaufnahme vor dem Prozess verhindert Abschläge in der Due Diligence.
KÖNIG + CO. → HBH Holdings, Inc. (USA)
Das Familienunternehmen KÖNIG + CO. aus Netphen fertigt seit fast 100 Jahren Kesselböden, Konen und Sonderpressteile für Kunden weltweit. Im Zuge der Nachfolge veräußerten die Gesellschafter ihre Anteile an HBH Holdings aus Cincinnati, für den Käufer ein strategischer Schritt auf dem Weg zu einem der weltweit führenden Hersteller von Tankböden. KÖNIG + CO. wird unter bestehendem Namen an den Standorten Netphen und Haiger fortgeführt, alle Arbeitsplätze sind gesichert, die Familie König bleibt dem Unternehmen verbunden.
Die vollständige Meldung lesen →Acht Transaktionen, ein roter Faden
Ob Umformtechnik, Streckmetall, Befestigungstechnik oder Sondermaschinen: Der passende Käufer saß in den meisten Fällen nicht im eigenen Landkreis. Ein Prozess, der strategische Käufer im Ausland, Beteiligungsholdings und Spezialinvestoren parallel anspricht, hat den Unterschied gemacht.
KÖNIG + CO. → HBH Holdings
Kesselböden und Pressteile
THUN Automotive → RCP Group
Stanz- und Umformteile, 400 Mitarbeiter, DE/HU
Expanded Metal Co. → MEISER
Streckmetall, Hartlepool
SORST Streckmetall → MEISER
Marktführer Streckgitter, Hannover
TG hyLIFT / hyCLEANER
Reinigungsroboter für Solar und Fassade
Rasche Umformtechnik → Mutares
Schmiedeteile, 180 Mitarbeiter, Plettenberg
MBE → SFS Group
Befestigungstechnik für Fassaden, Menden
SCHMETZ
Industrienadeln
Branchenwissen aus erster Hand
Drei Mitglieder unseres Industry Advisory Board haben Industrieunternehmen geführt, gekauft oder verkauft. Sie unterstützen uns bei der Einschätzung von Technologie und Geschäftsmodell und in Gesprächen mit Käufern auf Augenhöhe.
Dr. Michael Seibold
Geschäftsführer Hauff-Technik GmbH (INDUS Holding AG) · Beirat Schöffel
Alexander Mesdaghi
Ehem. Gesellschafter und Geschäftsführer des Industrienadelherstellers Schmetz
Jürgen Heidel
Ehem. Geschäftsführer SWA Technologies (heute Teil der Brückner Gruppe)
Fragen zum Verkauf eines Industrieunternehmens
Wie wird ein Zulieferer oder Maschinenbauer bewertet?
Grundlage ist das nachhaltige EBIT oder EBITDA, bereinigt um Sondereffekte, multipliziert mit einem Faktor, der Größe, Kundenstruktur, Technologie und Investitionsbedarf widerspiegelt. Börsennotierte Vergleichsunternehmen liefern den Rahmen, für mittelständische Unternehmen gilt ein Abschlag. Käufer rechnen zudem Nettoverschuldung, Pensionen und Investitionsstau gegen. Eine belastbare erste Einschätzung liefert unsere Unternehmensbewertung zum Festpreis.
Lässt sich ein Automotive-Zulieferer in der Transformation überhaupt verkaufen?
Ja, wenn der Prozess auf die richtigen Käufer zielt. Neben Strategen, die Kapazität und Kunden suchen, gibt es Beteiligungsgesellschaften, die sich auf Transformations- und Sondersituationen spezialisiert haben. THUN Automotive mit 400 Mitarbeitern haben wir in einem kompetitiven Prozess in vier Monaten an einen solchen Investor begleitet. Entscheidend sind Transparenz über die Ausgangslage und Tempo.
Wer kauft Industrieunternehmen aus dem Mittelstand?
Strategische Käufer aus dem In- und Ausland, die Technologie, Nische oder Marktzugang suchen; Beteiligungsholdings wie INDUS, Possehl oder Mutares, die Unternehmen langfristig oder als Plattform führen; Family Offices; und für Unternehmen im Umbruch Spezialisten für Sondersituationen. Mehr als die Hälfte unserer Industrietransaktionen hatte einen Käufer aus dem Ausland.
Welche Rolle spielen Maschinenpark und Investitionsstau?
Eine große. Käufer bewerten den Zustand der Anlagen, die Auslastung und den Investitionsbedarf der nächsten Jahre und ziehen aufgestauten Bedarf vom Kaufpreis ab. Wer vor dem Verkauf eine ehrliche Bestandsaufnahme macht und notwendige Investitionen begründet darstellt, verhindert pauschale Abschläge in der Due Diligence.
Was wird aus Standort und Belegschaft?
Strategen kaufen in der Regel wegen Mannschaft, Standort und Kundenbeziehungen, nicht trotz ihnen. Zusagen zu Standort, Beschäftigung und Fortführung des Namens lassen sich im Kaufvertrag verankern, wie bei KÖNIG + CO. geschehen. Wir machen diese Punkte früh zum Kriterium der Käuferauswahl, nicht erst zum Verhandlungsgegenstand am Ende.
Sie führen ein Industrieunternehmen und denken über die Zukunft nach?
Das erste Gespräch ist unverbindlich und selbstverständlich vertraulich.